Längeres Sitzen ist mit mehreren Gesundheitsrisiken verbunden, von verminderter Muskelkraft bis hin zu einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen. Aber es gibt immer mehr Beweise dafür, dass wie Sie sitzen genauso wichtig ist wie wie viel. Überraschenderweise kann das Sitzen auf dem Boden, eine Haltung, die viele Erwachsene meiden, mit zunehmendem Alter erhebliche Vorteile für die Mobilität, Flexibilität und allgemeine Gesundheit bieten.

Warum Bodensitzen funktioniert

Experten für Physiotherapie und Rehabilitationsmedizin weisen auf einen einfachen Grund hin: Sitzen auf dem Boden beansprucht aktiv Muskeln, die auf Stühlen nicht der Fall sind. Im Gegensatz zu Stühlen, die das krumme Sitzen und die Anspannung der Oberschenkelmuskulatur fördern, werden beim Sitzen mit gekreuzten Beinen die Hüften, der untere Rücken und die Knie gedehnt. Diese größere Bewegungsfreiheit ist entscheidend für die Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit mit zunehmendem Alter – sie ermöglicht es uns, uns leichter zu bewegen, Besorgungen zu erledigen und sogar mit Enkelkindern zu spielen.

„Eines der Dinge, die passieren, wenn wir älter werden, ist, dass wir weniger flexibel werden, weil wir anfangen, langsamer zu werden“, erklärt Dr. Christopher Bise von der University of Pittsburgh. „Aber wir müssen nicht weniger flexibel sein.“ Physiotherapeuten beurteilen routinemäßig die Beweglichkeit der Gelenke und die Flexibilität der Muskeln, und unflexible Gelenke und Muskeln beeinträchtigen die Bewegungseffizienz.

Core-Engagement und Sturzprävention

Das Sitzen auf dem Boden aktiviert auch auf natürliche Weise die Rumpfmuskulatur, die Stühle nicht benötigen, und sorgt so für ein subtiles, aber gleichmäßiges Training. Das Aufstehen vom Boden beansprucht die Hüften, Knie und den gesamten Unterkörper und stärkt so diese wichtigen Bereiche zusätzlich. Dies ist besonders wichtig für ältere Erwachsene, die sturzgefährdet sind. Die Fähigkeit, sich zu erheben und auf den Boden abzusenken, trägt dazu bei, Stürze zu verhindern oder ermöglicht eine schnellere Genesung, wenn es zu einem Sturz kommt.

Die Bedeutung der Bewegung, nicht nur der Körperhaltung

Es geht nicht darum, Stühle komplett zu ersetzen. Der Schlüssel liegt in der Variation. 30 Minuten auf dem Boden sitzen, dann auf einen Stuhl wechseln, dann stehen und gehen – dieser dynamische Ansatz hält den Körper anpassungsfähig. So wie uns eine Apple Watch jede Stunde daran erinnert, uns zu bewegen, beugt eine veränderte Körperhaltung im Laufe des Tages Steifheit vor und fördert die Durchblutung.

„Es gibt einen Grund, warum Ihre Apple Watch Sie alle 60 Minuten daran erinnert, aufzustehen und sich wieder zu bewegen … Manches davon ist körperhaltungsbedingt, manches ist nur eine einfache Bewegung und die Kalorienzufuhr, aber manches davon verändert auch die Körperhaltung“, bemerkte Bise.

Wer sollte vorsichtig sein?

Bodensitzen ist nicht jedermanns Sache. Menschen mit bestehenden Gelenkproblemen oder Personen, die sich von Operationen erholen, können dies als schwierig oder sogar schädlich empfinden. Wenn Sie Hüftprobleme oder andere Mobilitätseinschränkungen haben, konsultieren Sie einen Arzt oder Physiotherapeuten, bevor Sie das Sitzen auf dem Boden in Ihre Routine integrieren. Sie können personalisierte Strategien für sichere Bewegung und Flexibilität bereitstellen.

Das Fazit

Obwohl Bodensitzen kein Wundermittel ist, ist es eine einfache und zugängliche Möglichkeit, die Beweglichkeit, Rumpfstärke und allgemeine Flexibilität zu verbessern. Die eigentliche Erkenntnis: Bewegungs- und Haltungsvariationen sind für ein gesundes Altern unerlässlich. Ganz gleich, ob Sie auf dem Boden, auf einem Stuhl oder im Stehen sitzen: Die Priorisierung dynamischer Bewegungen im Laufe des Tages kann den entscheidenden Unterschied machen.